Förderpreis geht an das Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer

16.11.2018

Wir gratulieren

Trauer ist die Reaktion auf Verlust und Tod. Nahezu jeder Erwachsene hat die Erfahrung dieses schmerzlichen Erlebnisses gemacht, kennt die Reaktionen von Körper und Seele, die intensiven Gefühle und die quälenden Gedanken. Aber wie erleben Kinder ein solch tragisches Ereignis? Wie kann man ihnen helfen, mit ihrer Trauer umzugehen und den Verlust zu verarbeiten?

Hier leisten die TrauerbegleiterInnen des Hamburger Zentrums für Kinder und Jugendliche in Trauer e.V. wertvolle Hilfe. Sie unterstützen betroffene Kinder und ihre Familien, aber auch PädagogInnen und ErzieherInnen mit Kompetenz und Einfühlungsvermögen.

Die wichtige Arbeit des Zentrums wird in diesem Jahr von der Charles Hosie – Stiftung gewürdigt. Rainer Hosie, Vorstandsvorsitzender der Stiftung gratuliert den Initiatoren Wilfried Fuchs (1. Vorsitzender) und Barbara Heling (2. Vorsitzende), die die Notwendigkeit einer Einrichtung wie dieser erkannt haben. Der Förderpreis ist auf 5.000 € dotiert.

Kinder sind unsere Zukunft. Ihre gesunde Entwicklung ist die beste Voraussetzung für später gefestigte Persönlichkeiten und für ein solides Fundament unserer Gesellschaft. Was aber z.B., wenn ein Mensch schon in ganz jungen Jahren Vater oder Mutter für immer verliert – durch Krankheit, Unfall oder Suizid? Dann ist die Welt für das Kind schlagartig und fundamental erschüttert, nichts ist mehr so wie es war – und wie es gehört. Denn die Eltern gelten als die Garanten für Sicherheit, Fürsorge, Liebe.

Ein solch traumatisches Ereignis begleitet ein Kind lebenslänglich. Betroffene Erwachsene berichten rückblickend immer wieder, dass dieses Ereignis ihre Kindheit abrupt beendet hat – unabhängig davon, wie alt sie tatsächlich waren: erst neun – oder „schon“ zwölf.

Erschwerend kommt hinzu, dass die betroffenen Kinder und ihre Familien nicht nur mit dem Unfassbaren klarkommen müssen. Häufig kommt eine soziale Isolation hinzu, die sich nach dem Einschnitt etabliert und die ganz schwer zu ertragen ist. Das Telefon zu Hause steht still – kaum jemand wagt es, mehr als ein Mal anzurufen und einfach da zu sein und zuzuhören. In der Schule halten sich MitschülerInnen und LehrerInnen zurück aus Unsicherheit, wie mit einem betroffenen Kind am besten umzugehen wäre.

Das Thema Trauer und Umgang mit Trauernden ist ein vernachlässigtes: Jeder ist für sich allein unsicher, Rituale zur Unterstützung gibt es nicht oder nicht mehr. Abschied, Sterben und Tod gehören zum Leben. Auch junge Menschen können das verkraften. Insbesondere, wenn sie in einer solchen Situation unterstützt werden – in Hamburg etwa durch das Hamburger Zentrum für Kinder und Jugendliche in Trauer e.V.

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